Anja Kampmann

„Aus jeder Seite des Textes strömt die nicht zu bändigende Emotion einer Ruhelosigkeit, die man auf die schonungslosen Arbeitsbedingungen unserer Gegenwart beziehen kann – nicht muss. Selten hat in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur existenzielle Einsamkeit einen so präzisen sprachlichen Ausdruck gefunden wie in Anja Kampmanns „Wie hoch die Wasser steigen“
Rainer Moritz, Die Furche

„Kunstvoll legt Anja Kampmann bei ihren Hauptfiguren eine Facette nach der anderen frei. Ihre spürbar an der Lyrik geschulte, distanzierte Erzählstimme folgt dabei Waclaws Gedanken, Bildern und Erinnerungen ohne ordnend in den Romanverlauf einzugreifen. Das ist nicht nur poetisch raffiniert, sondern auch eindringlich ohne übergriffig zu werden. So weiß Kampmann sensibel von Figuren an den äußersten Rändern Europas zu erzählen, von Menschen am Ende der Hoffnung und im Ruin ihrer Träume.“
Miriam Zeh, Deutschlandfunk, 6.2.2018

„Ein Roman über Entwurzelung in Zeiten der Globalisierung. Für ihre Geschichte über die Auflösung aller Bindungen, angefangen von der Klassenzugehörigkeit und Nationalität bis zu Liebesbeziehungen, wählt Anja Kampmann eine poetische Sprache. Ihr gelingen Episoden von enormer Kraft.“
Maike Albath, Deutschlandfunk Kultur, 02.02.18

Die Geschichte setzt sich im Kopf des Lesers zusammen und wird dadurch ungemein intensiv.“
Katrin Krämer, Radio Bremen, 8.4.2018

„Das Wort „Erdöl“ hat nach der Lektüre eine andere Bedeutung.
Ohne das Wort auch nur einmal erwähnen zu müssen, zeichnet Kampmann in den Porträts dieser Männer auch ein unvorteilhaftes Abbild des Kapitalismus: Wie die Arbeiter, geködert mit dem Versprechen auf ein gutes Leben, genau jenes dafür lassen müssen.“
Andrea Heinz, Der Standard, 14.3.2018

„Anja Kampmann gelingt es, Waclaws Trauer physisch erlebbar zu machen. Das ist grosses Kino.“
Annette König, SRF 1

„Kampmanns Romandebüt ist weit entfernt von den Moden und Klischees der neueren deutschen Literatur, anachronistisch und gleichzeitig absolut zeitgenössisch.“
Martin Halter, Die Rheinpfalz, 9.3.2018

„Das Besondere an diesem Buch ist, dass es zugleich unbedingt im Heute und in einer nicht genau zu umreißenden, fernen Zeitlosigkeit spielt. Und es ist die Sprache, die aus hoch technisierten Abläufen auf Ölbohrplattformen im offenen Meer und einer archaischen Existenz im Gebirge dieselben poetischen Funken schlagen kann.“
Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung, 29.01.18

„Anja Kampmann bringt etwas zur Sprache, für das uns sonst die Worte fehlen. Mit ‚Wie hoch die Wasser steigen‘ ist ihr ein hochaktueller Roman gelungen, der von den flexiblen Tagelöhnern unserer Gegenwart erzählt.“
Tino Dallmann, NDR Kultur, 28.01.2018

„Die Erzählweise macht die Lektüre von „Wie hoch die Wasser steigen“ aufregend und unmittelbar. Lesen wird zur Abenteuerreise in eine weite, unbekannte Welt, die voller Schönheit ist.
Was nach der Lektüre dieses großartigen Romans übrigbleibt, ist ein Gefühl von Dankbarkeit, dass man selbst drinnen ist, und nicht da draußen. Und dass man gut auf das aufpassen sollte, was man liebt.“
Katharina Manzke, BÜCHERmagazin, 3/2018

„Kampmanns Bilder haben visuelle Kraft. Man bekommt beim Lesen viel zu sehen.“
Katharina Granzin, Taz, 10.03.18

„Eindringlich und in konzentrierter poetischer Verdichtung erzählt Anja Kampmann von der Verlorenheit des Menschen in Zeiten der Globalisierung und von dem Versuch, die eigene Identität wiederzufinden. Ein gegenwärtiger Roman, dessen Sprache überzeitlich Existentielles aufreißt.“
Begründung der Jury für die Nominierung zum Preis der Leipziger Buchmesse

„Immer wieder gelingen Anja Kampmann Bilder und Stillleben von betörender Schönheit, etwa wenn es um die Frauengeneration von Waclaws Mutter geht, deren Leben sich zwischen dem Tennisplatz des Werksvereins und der heimischen Fensterbank mit den zu hegenden Orchideen abspielte, „Tage, blass und still wie die Früchte in einem Rumtopf“
Katrin Hillgruber, 27.04.2018, Tagesspiegel

„Kampmann gelingt es mit verstörender Präzision, in der Sprache die innere Leere und Mattigkeit des Protagonisten nach außen zu kehren.“
Ruth Bender, Kieler Nachrichten, 16.5.2018

„Der Roman beschreibt unsere beschleunigte Welt und ist doch ein Gegenentwurf dazu: durch genaues Beobachten entsteht ein behutsames und vollkommen entschleunigtes Erzählen – ein starker Roman!“
Tino Dallmann, MDR

„Waclaw hat etwas von der Gestalt des Fremden an sich, den der Soziologe und Philosoph Georg Simmel einmal als denjenigen beschrieben hat, der heute kommt und morgen bleibt. Er ist der Ausgeschlossene, der deshalb aber die Dinge und Verhältnisse genauer wahrnimmt und vielleicht auch besser beschreiben kann – wie etwa im Text die Region seiner früheren Heimat, des Ruhrgebiets.
Ein wirklich beeindruckendes Romandebut.“
Werner Jung, 15.3.2018 Neues Deutschland

„Anja Kampmann findet einen poetischen Ton für existentielle Konflikte von heute: ein Kunststück. In den Einzelschicksalen spiegeln sich scharfe gesellschaftliche Brüche und Risse.“
Karin Grossmann, Sächsische Zeitung, 24./25. März 2018

„Ein Buch, das einen nicht loslässt und welches man doch oft sinken lässt, um einzelnen Stimmungen nachzuspüren. Ein beeindruckendes Erstlingswerk.“
Syme Sigmund, Dante Connection

„Es ist eine Geschichte der Entfremdung, die Kampmann in Bruchstücken vor uns ausbreitet, und das Großartige an diesem Roman ist, dass Begriffe wie Entfremdung, Identität oder Herkunft nie fallen. Im Erzählten aber ist alles das, was sie abstrakt meinen, konkret fühlbar.“
Ulrich Rüdenauer, Südwest Presse, 28.04.2018

„Ich kann mich daran gar nicht satt lesen, an dieser wertvollen Sprache. Manchem mag das zu verrätselt wirken, vor allem plotorientierten Lesern, für mich ist gerade das der Reiz und die Möglichkeit, das Eigene mit einzubringen. Ein Leuchten!“
Marina Büttner   www.literaturleuchtet.wordpress.com

„Noch ungewöhnlicher als die Geschichte ist jedoch die Sprache. Sie ist so verdichtet und so poetisch, dass es verwundert, dass dies Anja Kampmanns Roman-Debüt ist. Und die Sprache ist so melancholisch, dass der Leser doch immer wieder schlucken muss, auch wenn Waclaw nicht ein einziges Mal an Trauer denkt.“
Claudia, ww.dasgrauesofa.com

„Kunstvoll, intensiv, einfühlsam, doch dabei dankenswert unsentimental.“
Alexandra Dinter, Matador 2/2018

Faszinierend ist, wie präzise und packend Anja Kampmann die raue Arbeitswelt auf den Ölplattformen und die erloschene Bergarbeiterwelt im Ruhrpott zu beschreiben versteht. Und der Tristesse, die ihr gesamtes Buch durchweht, kann Anja Kampmann mit intensiven, sinnlichen Sprachbildern Schönheit verleihen.“
Lübecker Nachrichten, 15.5.2018

„Gegenwart und Vergangenheit vermischen sich in den Gedanken Waclaws und zeugen von einer starken Verlorenheit des Mannes in seiner Umwelt und seiner eigenen Identität. Die Poesie, die sich bereits auf den ersten Seiten entfaltet, erstreckt sich konsequent bis auf die letzten Seiten. Der Roman wirft viele Fragen auf. Die bestehenden Leerstellen muss der Leser selbst füllen, und das gehört zu den Dingen, die große Literatur ausmachen.“
Christina Dittmer, Literaturkritik.de

Ein atmosphärisch dichter Debütroman.
Die Leerstellen entsprechen Waclaws Leben auf den weltweit versprengten Ölplattformen, ohne feste Bindungen, ohne Zuhause.“
Hannah Rau, WDR 3, 05.03.18

„Man kann diesen Roman an jeder beliebigen Seite aufschlagen und sich an Sätzen festlesen. Kein Dahinplätschern, deshalb auch kein Weglesen, sondern jedes Wort feingesetzt in diesem hochpoetischen Debütroman.“
Stefanie Wirsching, Augsburger Allgemeine, 10.3.2018

„Die den Naturgewalten ausgelieferte Bohrinsel, die sonnendurchglühte Hafenstadt Tanger, die staubige ungarische Puszta, das verrußte Ruhrgebiet von Wenzels Kindheit oder das ländliche Polen- sie ziehen in vielen Details vorbei. Das liest sich schwebend schön, oft wie ein langes Gedicht.“
Focus, 13.03.2018

‚There´s a new continent at your doorstep, William‘, dieses Arthur Miller-Zitat stellt Anja Kampmann ihrem Roman voran. „Wie hoch die Wasser steigen“ beschreibt wie sich das lebt: nur noch zwischen Kontinenten – ohne Haustür.Ohne dass die Autorin das benennt, spielt sie es durch. Darunter liegt jedoch im Unterschied zu den jungen Globalen eine Wehmut, die Haustür ist für Waclaw allenfalls noch im Ruhrpott zu verorten.“
Simone Trieder, Fixpoetry

„Bildmächtig schreibt Kampmann über die Erinnerungen an die raue Arbeiter- und Männergesellschaft, an die Arbeit auf hoher See.“
Barbara Schaefer, mare No. 128, Juni/Juli 2018

„Ein hochaktueller und kraftvoller Debütroman. Die Sprache der jungen Hamburger Autorin macht das Lesen zum Genuss.“
Norbert Striemann, Radio Mühlheim, 13.5.2018

„Je mehr man erfährt, desto faszinierter ist man von den Geheimnissen dieses Buches, das nichts Vordergründiges, nichts Aufgesetztes hat.“
Ulrich Rüdenauer, Freie Presse, Chemnitz, 16.3.2018

„In der deutschsprachigen Literatur sind Romane selten, die sprachlich so aufregend, so präzise und berührend und gleichzeitig im besten Sinne politisch sind, in dem sie den Menschen in seiner Verlorenheit zeigt, in die ihn die kapitalistische Welt treibt.“
Gerrit, www.zeilensprünge.de

„Anja Kampmann hat mit „Wie hoch die Wasser steigen“ einen beeindruckenden Erstling geschrieben. Die junge Autorin schildert die Sinnsuche ihrer Helden in einer klaren, einfühlsamen und dennoch zeitgemäßen Sprache.“
bru, Goslarsche Zeitung, 20.3.2018

„So liest sich dieses atmosphärisch dichte Werk als Freundschaftsgeschichte, Reise- und auch als politischer Roman, der fragt, welchen Preis wir heutzutage für Flexibilität zahlen.“
Anke Beckmann, Klenkes, April 2018

„Selten habe ich so stark mit einem Protagonisten mitgefühlt, obwohl wir offenkundig wenig gemeinsam haben.
Für mich ist Anja Kampmann ein Ausnahmetalent unter den jungen Autor*innen, der mit Wie hoch die Wasser steigen ein hochliterarischer erster Roman gelungen ist.“
Juliane, www.poesierausch.com

Und man weiß nicht, ob das ein Freund war oder mehr, ob die sich geliebt haben, die beiden Männer, man weiß nur, dass der Verlust groß ist und dass er schmerzt. Anja Kampmann beherrscht das Instrument Sprache, sie spielt darauf eine langgezogene, tief vibrierende Melodie, ein Lied, das schwermütig ist und ja, genau, sehr traurig.“
Mareike Falwickl, www.bücherwurmloch.at

‚Wie hoch die Wasser steigen’ sticht aus der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur nicht nur dieses Frühjahrs heraus. Hier ist eine Autorin zu entdecken, deren umfassende Weltaneignung durch Sprache sich am ehesten mit dem Schreibfuror Peter Handkes vergleichen lässt.“
Tobias Lehmkuhl, Die Zeit, 22.02.18

„Es ist ein tief beeindruckendes Buch, in dem es tost und braust, aus Farben wie mit Glutamat versetzt und voller unerlöster Gefühle. Und dabei ist es ein großes Buch der Stille.
«Wie hoch die Wasser steigen» ist ein mit enormer erzählerischer Umsicht geschriebener und herzergreifend unsentimentaler Roman über die Weite, die zwischen dem Ich und der Welt liegt. Er handelt davon, wie wir ausziehen und niemals mehr nach Hause finden.“
Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 31.01.18

„Der Roman ist poetisch und realitätssatt zugleich, er übersetzt die Entfremdung moderner Arbeitsverhältnisse in Bilder, die man noch nie gesehen hat, weder wörtlich-visuell noch literarisch- und die man nicht mehr vergisst.
Anja Kampmann erzählt von der Ablösung des Menschen von seiner Umgebung, von seinen Nächsten,von seiner Vergangenheit. Sie erzählt einen Identitätsverlust- aber nicht als psychopathologischen Einzelfall, sondern als Ergebnis geradezu tektonischer Verschiebungen in unserer Arbeitswelt.“
Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 12.05.2018

„Ist uns je erzählt worden, was für ein Leben die Arbeiter führen, die heute auf den Bohrinseln im Meeresboden nach Erdöl und Erdgas bohren? In ihrem Debütroman ist der Lyrikerin etwas Faszinierendes gelungen: Sie hat in der Gestalt der Bohrarbeiter ein verstörendes Inbild für die existenzielle Bodenlosigkeit und Entfremdung der globalisierten Arbeitswelt von heute gefunden.“
Sigrid Löffler, Salzburger Nachrichten, 24.02.18

„Der sehr genau benennende, höchst sensible Ton, schlägt in den Bann. Anja Kampmanns Prosadebüt hat vom ersten Satz an etwas Präzises und Schwebendes, etwas Packendes und Poetisches.Und die Autorin hält diese Spannung über 350 Seiten hinweg durch.“
Ulrich Rüdenauer, SWR2, 25.02.18

english:

„Anja Kampmann’s debut novel is an exquisitely lyrical tale of an oil platform worker whose best friend goes missing, plunging him into isolation and forcing him to confront his past.
‚Deep Waters Rising‘ is a highly poetic exploration of male friendship and grief. It is a captivating read, delving into a lifestyle that will be unfamiliar to most readers, but which is becoming increasingly topical as oil becomes harder to find and extract.“
New books in german

„In its global reach and the beauty of its language, I found this book at times visionary- which I never thought I would say about a book which begins with men on an oil rig. It is this global reach which makes the novel unique and just waiting to be translated into English.“
peakreads